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Franz Alt "Die Sonne schickt uns keine Rechnung - Neue Energie - Neue Arbeitsplätze
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Artikel 247 von 300
:: Langsam geht die Sonne auf
Die Menschen verbrauchen heute an einem Tag so viel Kohle, Gas und Öl, wie die Natur in 500.000 Tagen angesammelt hat. Das ist die Ursache des größten Problems der heutigen Zivilisation: des Treibhauseffekts. Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Die Frage ist, ob die Energiewende noch rechtzeitig gelingt, um die schlimmsten Folgen des fossilen Atomzeitalters zu verhindern.
Täglich verbrennt die Welt so viel Kohle, Öl und
Gas, wie in 500.000 Tagen entstanden sind.
Doch das Solarzeitalter ist schon in Sicht!
Die Menschen verbrauchen heute an einem Tag so viel Kohle, Gas und Öl, wie die Natur in 500.000 Tagen angesammelt hat. Das ist die Ursache des größten Problems der heutigen Zivilisation: des Treibhauseffekts. Bis zu fünf Grad wird die globale Erderwärmung im 21. Jahrhundert zunehmen, wenn wir so weitermachen. Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Dabei schickt uns die Sonne jeden Tag 15.000-mal so viel Energie, wie alle sechs Milliarden Menschen zurzeit verbrauchen. Sonne, Wind, Wasser, Bioenergie, Erdwärme und die Strömungsenergie der Ozeane stehen uns "ewig" als Energiequellen zur Verfügung. Diese zu nutzen ist überfällig, weil die fossil-atomaren Quellen in den nächsten Jahrzehnten erschöpft sein und schon deshalb immer teurer werden. Die Internationale Energieagentur in Paris schätzt, dass es in 40 Jahren kein Öl, in 46 Jahren kein Gas und in 50 Jahren kein Uran zum Betrieb von Atomkraftwerken mehr geben wird. Die fossilen Rohstoffe gehen zur Neige und verursachen den Treibhauseffekt mit unvorstellbaren Kosten wie die Münchner Rückversicherung soeben wieder vorgerechnet hat. Und Atomenergie bleibt gefährlich. Aus diesen Gründen plädiert der Chefökonom der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, für einen rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien und für einen sparsameren Umgang mit Energie.
Die erneuerbaren Energien haben gegenüber fossilen und atomaren Rohstoffen zwei ökonomische Vorteile: Sonne und Wind, Erdwärme und heimisches Wasser schicken keine Rechnung. Notwendig ist die Massenproduktion der entsprechenden Technologien. Das schafft jedoch hunderttausende neuer Arbeitsplätze und fördert einen zukunftsfähigen Export. Die Europäische Kommission in Brüssel hält den hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien in den nächsten 50 bis 80 Jahren für möglich und prognostiziert hierfür fünf Millionen neue Arbeitsplätze - mehr als eine Million davon in Deutschland. 22 Millionen Gebäude in Deutschland werden zu 22 Millionen kleinen Solarkraftwerken. Die Infrastruktur des So larzeitalters steht schon heute bereit.
In der gegenwärtigen Diskussion wird oft übersehen oder bewusst verschwiegen, dass die erneuerbaren Energien in den vergangenen zehn Jahren um etwa 50 Prozent preiswerter wurden, während die alten Energien immer teurer geworden sind. Auf Atomkraft und ewig verfügbares billiges Uran zu setzen ist eine ebenso irrige Vorstellung wie jene, Öl würde je wieder billiger werden. Zudem ist jedes Atomkraftwerk ein potenzielles Angriffsziel für Terroristen.
Helfen können allein Energiesparen, Energieeffizienz und der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien. Nur sie garantieren eine dauerhafte, sichere, emissionsfreie, kostengünstige und unabhängige Energieversorgung. Deutschland und Europa sind erneuerbar. Bestes Beispiel, das aber kaum jemand kennt: Der Reichstag in Berlin wird zu 85 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt. Nicht fehlende Technik oder mangelndes Rohstoffangebot sind die größten Hindernisse. Das größte Problem sind Vorurteile gegenüber den Chancen von erneuerbaren Energien sowie mächtige Lobbyverbände der Altenergien. Doch die Energiefrage ist der Schlüssel für die Zukunft. Ohne Energie kein Leben, kein Wohlstand und keine boomende Wirtschaft. Das ist sonnenklar.
Die Lösung ist längst bekannt. Alexander der Große gewährte im 4. vorchristlichen Jahrhundert dem griechischen Philosophen Diogenes einen freien Wunsch. Diogenes wünschte sich daraufhin von seinem König lediglich: "Geh mir aus der Sonne." Die heute Regierenden sind abhängig von Kohle-, Atom- und Ölinteressen. US-Präsident George W Bush ist persönlich und finanziell mit der Ölindustrie verflochten und führt in ihrem Auftrag sogar Kriege um Öl. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber ist so abhängig von der Atomindustrie wie Bundeskanzler Gerhard Schröder von der Kohlelobby. Nicht nur die US-Energiepolitik ist unverantwortlich. Auch die Deutschen und alle anderen Westeuropäer verbrauchen noch überwiegend Energie aus den alten atomarfossilen Quellen. Die Bundesregierung führt zwar selbst keine Kriege um Öl, aber die Deutschen lassen sie für sich führen, solange sie Zehn-Liter-Autos fahren und Erdöl zum Heizen verbrennen.
Die Energiefrage wird zur Schlüsselfrage der Zukunftsfähigkeit moderner Industriestaaten - und auch von Schwellenländern wie China oder Indien, deren Energiehunger ständig wächst. Ohne neue, erneuerbare Energiequellen gibt es keine gesunde Umwelt, kein menschenverträgliches Klima, keine Vollbeschäftigung und keine größere Gerechtigkeit zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten - und niemals Frieden. Denn die Kriege des 21. Jahrhunderts werden primär Kriege um die zu Ende gehenden Energieressourcen sein.
Doch es gibt Zeichen der Hoffnung. Das erneuerbare-Energien-Gesetz hat die Nutzung von Sonnenenergie, Windkraft und Biomasse hier zu Lande endlich in Schwung gebracht. 15 Staaten haben dieses Gesetz inzwischen übernommen oder diskutieren es. Darunter Schwergewichte wie China, Indien und Brasilien. Zudem haben die ersten europäischen Ölkonzerne wie zum Beispiel Shell die Zeichen der Zeit erkannt und bauen Solarfabriken, Biomasse-Kraftwerke und demnächst Windparks. Noch einen Schritt weiter geht British Petroleum. Das Unternehmen hat seinen Namen geändert. BP heißt ab sofort Beyond Petroleum. Es rüstet sich für das Nachöl-Zeitalter.
Die Sonne geht also auf. Die Frage ist nur, ob die Energiewende noch rechtzeitig gelingt, um die schlimmsten Folgen des fossilen Atomzeitalters zu verhindern.
Gas, wie in 500.000 Tagen entstanden sind.
Doch das Solarzeitalter ist schon in Sicht!
Die Menschen verbrauchen heute an einem Tag so viel Kohle, Gas und Öl, wie die Natur in 500.000 Tagen angesammelt hat. Das ist die Ursache des größten Problems der heutigen Zivilisation: des Treibhauseffekts. Bis zu fünf Grad wird die globale Erderwärmung im 21. Jahrhundert zunehmen, wenn wir so weitermachen. Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Dabei schickt uns die Sonne jeden Tag 15.000-mal so viel Energie, wie alle sechs Milliarden Menschen zurzeit verbrauchen. Sonne, Wind, Wasser, Bioenergie, Erdwärme und die Strömungsenergie der Ozeane stehen uns "ewig" als Energiequellen zur Verfügung. Diese zu nutzen ist überfällig, weil die fossil-atomaren Quellen in den nächsten Jahrzehnten erschöpft sein und schon deshalb immer teurer werden. Die Internationale Energieagentur in Paris schätzt, dass es in 40 Jahren kein Öl, in 46 Jahren kein Gas und in 50 Jahren kein Uran zum Betrieb von Atomkraftwerken mehr geben wird. Die fossilen Rohstoffe gehen zur Neige und verursachen den Treibhauseffekt mit unvorstellbaren Kosten wie die Münchner Rückversicherung soeben wieder vorgerechnet hat. Und Atomenergie bleibt gefährlich. Aus diesen Gründen plädiert der Chefökonom der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, für einen rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien und für einen sparsameren Umgang mit Energie.
Die erneuerbaren Energien haben gegenüber fossilen und atomaren Rohstoffen zwei ökonomische Vorteile: Sonne und Wind, Erdwärme und heimisches Wasser schicken keine Rechnung. Notwendig ist die Massenproduktion der entsprechenden Technologien. Das schafft jedoch hunderttausende neuer Arbeitsplätze und fördert einen zukunftsfähigen Export. Die Europäische Kommission in Brüssel hält den hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien in den nächsten 50 bis 80 Jahren für möglich und prognostiziert hierfür fünf Millionen neue Arbeitsplätze - mehr als eine Million davon in Deutschland. 22 Millionen Gebäude in Deutschland werden zu 22 Millionen kleinen Solarkraftwerken. Die Infrastruktur des So larzeitalters steht schon heute bereit.
In der gegenwärtigen Diskussion wird oft übersehen oder bewusst verschwiegen, dass die erneuerbaren Energien in den vergangenen zehn Jahren um etwa 50 Prozent preiswerter wurden, während die alten Energien immer teurer geworden sind. Auf Atomkraft und ewig verfügbares billiges Uran zu setzen ist eine ebenso irrige Vorstellung wie jene, Öl würde je wieder billiger werden. Zudem ist jedes Atomkraftwerk ein potenzielles Angriffsziel für Terroristen.
Helfen können allein Energiesparen, Energieeffizienz und der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien. Nur sie garantieren eine dauerhafte, sichere, emissionsfreie, kostengünstige und unabhängige Energieversorgung. Deutschland und Europa sind erneuerbar. Bestes Beispiel, das aber kaum jemand kennt: Der Reichstag in Berlin wird zu 85 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt. Nicht fehlende Technik oder mangelndes Rohstoffangebot sind die größten Hindernisse. Das größte Problem sind Vorurteile gegenüber den Chancen von erneuerbaren Energien sowie mächtige Lobbyverbände der Altenergien. Doch die Energiefrage ist der Schlüssel für die Zukunft. Ohne Energie kein Leben, kein Wohlstand und keine boomende Wirtschaft. Das ist sonnenklar.
Die Lösung ist längst bekannt. Alexander der Große gewährte im 4. vorchristlichen Jahrhundert dem griechischen Philosophen Diogenes einen freien Wunsch. Diogenes wünschte sich daraufhin von seinem König lediglich: "Geh mir aus der Sonne." Die heute Regierenden sind abhängig von Kohle-, Atom- und Ölinteressen. US-Präsident George W Bush ist persönlich und finanziell mit der Ölindustrie verflochten und führt in ihrem Auftrag sogar Kriege um Öl. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber ist so abhängig von der Atomindustrie wie Bundeskanzler Gerhard Schröder von der Kohlelobby. Nicht nur die US-Energiepolitik ist unverantwortlich. Auch die Deutschen und alle anderen Westeuropäer verbrauchen noch überwiegend Energie aus den alten atomarfossilen Quellen. Die Bundesregierung führt zwar selbst keine Kriege um Öl, aber die Deutschen lassen sie für sich führen, solange sie Zehn-Liter-Autos fahren und Erdöl zum Heizen verbrennen.
Die Energiefrage wird zur Schlüsselfrage der Zukunftsfähigkeit moderner Industriestaaten - und auch von Schwellenländern wie China oder Indien, deren Energiehunger ständig wächst. Ohne neue, erneuerbare Energiequellen gibt es keine gesunde Umwelt, kein menschenverträgliches Klima, keine Vollbeschäftigung und keine größere Gerechtigkeit zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten - und niemals Frieden. Denn die Kriege des 21. Jahrhunderts werden primär Kriege um die zu Ende gehenden Energieressourcen sein.
Doch es gibt Zeichen der Hoffnung. Das erneuerbare-Energien-Gesetz hat die Nutzung von Sonnenenergie, Windkraft und Biomasse hier zu Lande endlich in Schwung gebracht. 15 Staaten haben dieses Gesetz inzwischen übernommen oder diskutieren es. Darunter Schwergewichte wie China, Indien und Brasilien. Zudem haben die ersten europäischen Ölkonzerne wie zum Beispiel Shell die Zeichen der Zeit erkannt und bauen Solarfabriken, Biomasse-Kraftwerke und demnächst Windparks. Noch einen Schritt weiter geht British Petroleum. Das Unternehmen hat seinen Namen geändert. BP heißt ab sofort Beyond Petroleum. Es rüstet sich für das Nachöl-Zeitalter.
Die Sonne geht also auf. Die Frage ist nur, ob die Energiewende noch rechtzeitig gelingt, um die schlimmsten Folgen des fossilen Atomzeitalters zu verhindern.
Quelle:
Franz Alt 2005
Franz Alt 2005
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