|
:: Verharmlosung einer Bedrohung?
Verbesserte Auflage von „Kulturgeschichte des Klimas“ erschienen! Rezension von
In der gesamten Geschichte des Menschen war das Klima schon immer eine einzige Katastrophe. Wolfgang Behringer führt uns in seinem Buch „Kulturgeschichte des Klimas“ vor Augen, dass es phasenweise irgendwo zu heiß, zu kalt, zu nass oder zu trocken war. Also bloß keine „Klimapanik“, denn der Mensch ist der reinste „Klimaanpassungskünstler“!
Â
Das Buch ist nicht zuletzt sehr lesenswert, weil es unabhängig und ohne „Schaum vor dem Mund“ geschrieben wurde, was der Klimadiskussion gut tut. Wolfgang Behringer stellt in seinem Buch Zusammenhänge zwischen historischen Fakten und ausgewählten klimawissenschaftlicher Erkenntnissen her. Der Leser erfährt in einer Einführung etwas über die Kalt- und Warmzeiten der gesamten Erdgeschichte. Besonders gründlich wird sich der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ gewidmet, die im 13. Jahrhundert begann und bis in das frühe 19. Jahrhundert dauerte. Die Alpengletscher erreichten zu jener Zeit ihre jüngsten Höchststände. Interessant welche sozialen, politischen und religiösen Konsequenten der Kälteeinbruch mit sich brachte. Von den damaligen Machthabern wurden Schuldige gesucht und gefunden. So werden diverse Hexenverbrennungen in Zusammenhang mit Schuldzuweisungen für Missernten oder Naturkatastrophen gebracht.
Â
Leider kommen die voraussichtlichen Folgen der derzeitigen globalen Klimaerwärmung, gleich ob menschengemacht oder natürlich, viel zu kurz. Denn der große und entscheidende Unterschied zu historischen Klimaänderungen ist zum einen die hohe Geschwindigkeit der aktuellen Temperaturerhöhung und zum anderen, dass weitaus mehr Menschenschicksale mit den Folgen verbunden sein werden. Am Ende der letzten Eiszeit (vor etwa 12.000 Jahren) lag die Weltbevölkerung bei 5 bis 10 Millionen Menschen. Im Jahr 1804, also gegen Ende der „Kleinen Eiszeit“, lebten zum ersten Mal über eine Milliarde Menschen auf der Erde. Nach Schätzungen der UNO wird die Weltbevölkerung im Jahr 2050 bei 9,2 Milliarden liegen. Dann ist nicht entscheidend, ob in Skandinavien Wein und Oliven angebaut werden, sondern wie und womit Tank, Teller und Trinkglas für alle Menschen gefüllt werden können.
Â
Anmerkung: Vor genau 25 Jahren löste das sogenannte „Waldsterben“ Betroffenheit und Aktionismus aus, wie heute der „Klimawandel“. Heute wissen wir, dass sich die damaligen Prognosen vom Sterben der Wälder aus wissenschaftlicher Sicht als irreführend erwiesen. Die Wälder weisen zwar immer noch erhebliche Schäden auf, jedoch ohne dass heute von einer wirklichen Bedrohung auszugehen ist. Eines jedoch hat die damalige Aufregung bewirkt: Heute versteht der Mensch das Ökosystem Wald besser denn je! Auch die Anstrengungen in Klimaforschung und Klimaschutz könnten in einem vergleichbaren „Happy End“ münden.
Beratung und Pressebüro für
Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
Â
|
















